Ein neuer Blog - eine neue Reise. Dieses Mal verschlägt es mich ins ferne Amerika. Wohin genau? Nach Utah. Wo, und was das sein sollte, wusste ich vor einem Jahr auch noch nicht. Ich denke, dass Utah nicht der berühmteste Bundesstaat Amerikas ist:
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| Utah |
Utah, der Staat der Mormonen. Gut, dass ich als alte MaZlerin immun gegen jeden missionarischen Einfluss bin. :P
Landschaftlich gibt es hier große Salzseen, und zwar direkt bei der Hauptstadt Salt Lake City. Ich selbst werde nicht weit entfernt davon sein, in einem kleinen beschaulichen Städtchen namens Orem. Salt Lake City liegt am Rande der Wüste, östlich der Stadt gibt es Berge von über 4.000 Metern. Also trotz Wüste ist es ein Skigebiet, und wie ich hörte wird es im Sommer bis zu 40 Grad, im Winter bis zu -15 Grad. Drumherum haben wir fünf Nationalparks wie der Zion-, Arches- und Bryce-Canyon-National Park und einige National Monuments. Ein Traum für mich als Pfadfinderin. Studieren werde ich an der Utah Valley University, ein Semester lang, journalism, quelle surprise! ;)
Meine Fächer:
Radio Production
Investigative Reporting
Magazine Writing
Wolverine PR Firm Project
French conversation
Aber bevor das alles losgeht, gab und gibt es einen Haufen Aufgaben, die erledigt werden müssen/ mussten. Wo soll ich da anfangen? Von dem unendlichen Schriftverkehr zwischen der UVU und mir bezüglich der für das Visum notwendigen Dokumente, bis hin zu den Zahlungsschwierigkeiten fürs Studentenwohnheim (Wolverine Crossing: https://wolverinecrossing.com) gab und gibt es eigentlich nichts, was nicht irgendwie mit kleinen Problemen verbunden war. Doch das anstrengendste Projekt was das Visum:
Ich denke es könnte hilfreich für alle sein, wenn ich kurz erkläre, was alles gemacht werden muss, um überhaupt erstmal einen Termin bei der Botschaft zu bekommen.
- Man fülle alle Dokumente aus, die die Partneruniversität von einem haben will und schicke sie, schnell schnell, zu ihr zurück. Nachfragen, nachfragen, nachfragen! Ich dachte immer, Deutschland sei das Land der Bürokratie: falsch gedacht, die Amerikaner sind da genauso gut, und nehmen Fees, wo sie nur können. Also vorbereitet sein: Nur, um in Kurse eingeschrieben zu werden, habe ich schon 35$ bezahlt. Die Studiengebühren von über 7000$ im Jahr wurden mir zum Glück erlassen, da es eine Partner-Uni ist.
- Man gehe auf folgende Seite: https://ceac.state.gov/GenNIV/Default.aspx. Man gehe auf START AN APPLICATION und darf nun beginnen, eine Bewerbung auszufüllen, mit allen Daten über sich, Familie, Uni, mit Fragen nach der Rekrutierung von Kindersoldaten, und, und, und.ACHTUNG: Es wird ein Bild im Format 50mm mal 50mm benötigt, hohe Qualität, eingescannt. Ebenfalls braucht man seine Sevis-Nummer, die einem von der Uni in Amerika zugeschickt wird. Ohne sie kann die Bewerbung nicht ausgefüllt werden, daher -> siehe 1.
- https://fmjfee.com/i901fee/desktop/index.jsp?view=desktop: Man gehe auf Submit Form I‑901 and Fee Payment und bezahle seine Sevis-Fee. Ohne die Bezahlung, kein Visum. Kosten: 144€
- Man registriere sich auf der Seite https://cgifederal.secure.force.com/ und registriere sich, mache einen Termin und bezahle diesen auch (weitere 144€)
Wenn ihr das alles getan habt (unterschätzt den zeitlichen Aufwand ja nicht), druckt ihr alles am besten einmal aus und sammelt es in einer Mappe. Dass ihr bereits fast 300€ bezahlt habt heißt aber nicht, dass euch das Visum sicher ist. dafür müsst ihr nach Frankfurt.
Mit meiner Kommilitonin und Reisebegleiterin Alicia ging es früh um halb 7 an einem Freitag los nach Frankfurt. Unser Termin war um 10, doch wegen eines Unfalls kamen wir später, und hatten zuvor angerufen. Daher hatten wir doch bis 11 Uhr Zeit, um zu unserem "Interview" zu erscheinen.
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| Mit Alicia am U.S. Consulat |
Mit seinem Terminzettelchen geht man dann zu einem Sicherheitsmann und packt Gürtel und Schlüssel in eine Tüte. Dann wird man in 5er-Gruppen in den ersten Raum gerufen, in dem man all seine Sachen, wie bei einer Flughafenkontrolle, in eine Schüssel legt, die durchleuchtet wird, man selber geht durch ein Piepse-Tor. Danach darf man mit seinem Kram über einen Hof gehen, in ein weiteres Haus. Im ersten Raum darf man sich wieder ankleiden, die Tüte wird da gelassen, der Inhalt mitgenommen. Anschließend gelangt man in eine große Halle mit vielen Schaltern. Eine freundliche Dame winkt einen zu sich, geht die Unterlagen durch und möchte dann, dass du ihr die wichtigsten Dokumente gibst, die sie dir zu einem Päckchen zusammen packt. Das sind zum einen:
- dein Sevis-Dokument
- die Bezahlung deiner Sevis-Gebühr
- dein Reisepass
- deine Terminbestätigung
Mit diesem Päckchen geht's zur ersten Reihe an Schaltern. Dort gibt man seine Fingerabdrücke ab und beantwortet eventuelle Fragen ( ich wurde gefragt, ob ich schon mal andere Namen in meinem Leben hatte.)
Beim nächsten Schalter muss man noch einmal die Fingerabdrücke der linken Hand abgeben.
Und beim letzten Schalter kommt das "Interview", dass seinen Namen nicht verdient hat:
Päckchen wieder abgeben, und dann wurde ich gefragt, was ich in Amerika mache, was ich studiere und wo, ob ich das selbe dort auch studiere, wie ich das bezahle und ob ich dort Verwandte habe. Und das war's.
Fertig.
Visum bestätigt, und schon nach 4 Tagen habe ich es zurückgeschickt bekommen. :)
Ein Prozess, der wahres Durchhaltevermögen braucht.
Bis zu diesem Punkt hat man durchaus das Gefühl, dass Amerika einen nicht da haben möchte. Dass man bloß nicht dort leben oder arbeiten will. Vermutlich ist es die Angst vor Terrorismus oder illegalen Einwanderern, aber schnell kann es auch so wirken, als wäre es der Stolz, den Amerikaner für ihr Land verspüren. America- country of the golden dream. Ich bin gespannt, ob alle dort wirklich so patriotisch sind, wie es alleine durch den ewig währenden Visum-Prozess wirkt. Aber wer weiß, vielleicht sind das nur Vorurteile. ;)
Das zu einem kleinen, und doch recht anstrengenden Teil unserer Vorbereitungen für unser Auslandssemester an der UVU. Mehr folgt später, unter anderem zu einer wirklich tollen Abschiedsfeier! :)
Bis denne
Silja


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