Es sind wirklich schon 5 Wochen. Und es bleiben nur noch 12. Fast ein Drittel ist geschafft, und wer jetzt sagt, das ging aber schnell, der kann mir glauben: Es GING schnell!
Seit der ersten Woche im Studentenwohnheim ist wirklich viel passiert. Eigentlich kann ich gar nicht genau sagen, wo ich anfangen soll. Bei all den Eigenarten, die das Leben hier mit sich bringt? Davon, dass wir erfolgreich das Fast Food meiden und vermutlich sogar noch sportlicher als in Deutschland unterwegs sind? Darüber, dass die Amerikaner Socken und Jesus-Latschen tragen, oder dass Mini-Erdbeben alias vorbeifahrende Züge uns jeden Morgen aufwecken. Ich würde ja fragen, was interessiert euch, aber wie ich meinem Freund Bryn noch gestern erklärt habe, liegt das Problem bei einem Blog darin, dass ich zu euch spreche, und nicht mit euch. Asynchrone Kommunikation. Blabla. ;)
Was gibt es also neues. Eine ganze, ganze Menge. Zunächst einmal möchte ich euch einen groben Überblick geben, wie das Alltagsleben hier läuft. Wen das nicht interessiert, der kann zum nächsten Absatz springen, denn der handelt von dem religiösen Leben hier, und meinen geliebten, Kaffee-und-Tee-meidenden, Filme-zensierenden, ultrakommunikativen Mormonen, oder auch: den Mitgliedern der Kirche Jesus Christi der Heiligen der letzten Tage (kurz: LDS).
Des Weiteren erzähle ich euch etwas über Dinge, die wir hier in unserer Freizeit treiben, und auch über die Eigenarten, die mir immer wieder bewusst machen, dass das hier das Land der Great und Free ist (bis zum 8. November immerhin, danach weiß man ja noch nicht, was/ wer da kommt).
Hui, wir haben viel vor heute, ich hoffe, ihr habt etwas Zeit mitgebracht!
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| Weg zur Uni |
Das CB Gebäude ist das neuste Gebäude, mit 6 Stockwerken, hell, verglast, modern. Unsere Klassen sind in Stock 3 und 4. Klassen am Montag (und ebenfalls Mittwoch und Freitag): um 11 Uhr Magazine Writing und um 15 Uhr Investigative Reporting. Unser Lehrer: Jim, ein Senior Mitte 60, Zyniker, Tänzer, kein Mormone (eine Seltenheit!).
Inhalt der Klassen:
Magazine Writing: Prüfungsnachweis: ein Feature für ein Magazin, das ich zusammen mit Alicia schreiben werden.
Thema: Does the high significance of family and marriage in the LDS church sets social pressure on young LDS members to marry early, to get children very fast and therefore influences the dating-behavior and the conservative gender roles of men and women."
Investigative Reporting: Prüfungsnachweis: Hausarbeit
Thema: "Comparing the majors Journalism and PR at the Westfalian University Gelsenkirchen and Journalism at the Utah Valley University, whereby we want to find out whether an exchange programm for both sides relies on the same financial and contentual basics and therefore is similar doable for both sides."
Innerhalb der Fächer reden wir oft über Praxisbeispiele, Interview-Methoden oder besprechen Grammatik, Fehlerquellen und False Friends der englischen Sprache. Manchmal passiert es aber auch, dass wir uns einfach 50 Minuten lang (so lang ist eine Stunde) Youtube-Videos anschauen und Jim uns durch seine heldenhaft lockere Art mehr unterhält als unterrichtet. Auch mal eine Art, der Unterricht interessant zu gestalten.
Wolverine Student PR Firm: ersetzt mein 2. Projekt im 5. Semester an der WHS. Inhaltlich geht es darum, für einen Klienten eine PR-Kampagne umzusetzen. Ich bin in einem Team mit drei überaus verrückt-liebenswerten Amerikanern Namens Blake, Nate und Rian. Nicht all zu kompliziert. Unser Klient ist die PR Firma an sich, unsere Aufgabe ist es, die Klasse bekannter zu machen, mehr Studenten und neue Klienten zu gewinnen, in die Medien zu kommen und das ein oder andere Event dafür zu planen. Ich kann echt nur sagen, wie viel Glück ich mit diesen drei habe, denn sie sind alle überaus motiviert, entspannt, und haben Ahnung. Mein Job ist mittlerweile der Inhalt unserer neuen Website und die Planung unserer Haupt-Events. Und die unter euch, die mich wirklich gut kennen, die werden es vermutlich nicht glauben, wenn Ende November mein Bericht über dieses Event kommt, und wer mein Special Guest ist. ;)
Die Klasse findet Dienstag und Donnerstags von 17.30-18.45 statt. Dienstags treffen wir uns in unseren Gruppen und besprechen uns, Donnerstag ist Klienten Treffen. Außer neue Logos zu basteln gehört es dazu, jede Woche einen Test zu schreiben, wofür man ein ganzes Kapitel aus einem besonders uninteressanten Buch lesen muss. Schlau wie wir sind, haben Alicia, Lara und ich begonnen, jedes Kapitel immer unter uns aufzuteilen und uns dann zu dritt vor das Quiz zu setzen. Das findet sich auf der Uni-internen Seite. Jede Woche fängt eine andere an mit ihrem Quiz, zusammen versuchen wir dann, die 10 Fragen in 10 Minuten zu lösen, und merken uns die Fragen und antworten, wodurch die jeweils beiden anderen schon einmal die richtigen Antworten kennen und die falschen Nachschauen können. Wir hatten in dieser ersten Runde bisher nie weniger als 9/10 Punkten. Streber. :P
The Review: Dientags und Donnerstags von 16-17.15: hierbei handelt es sich um die Uni-eigene Zeitung. Wir konnten bisher noch nichts schreiben, da die Termine bis Oktober geblockt waren, da ein scheinbar sehr großer Andrang auf Publikationen besteht. Die Studenten in diesem Fach schreiben für die Zeitung und müssen dafür weniger Tuition bezahlen (zwischen zwei und sieben Tausend Euro pro Monat). In dem Kurs nehmen wir die Zeitung auseinander, besprechen Fehler und Verbesserung und reden über anstehende Themen. Heißt für mich oftmals: das Sudoku lösen, da ich den Aufbau der Zeitung an sich recht eigenartig finde, und leider mit der amerikanischen Politik auch nicht viel am Hut habe, als dass ich meinen Senf dazu geben könnte.
Französisch Conversation: Freitags, 10-10.50. Bonjour, ca va. Es geht hier echt um Basics, das wohl einfachste fach bisher, man beginnt bei Null. Und redet nur. Echt bien.
Spanisch Conversation: Freitags, 12-12.50. Hier könnte ich ich mich jetzt aufregen. Seit Beginn des Semesters wollte ich mich offiziell in diesen Kurs einschreiben, doch aufgrund technischer Probleme und offensichtlicher Kommunikationsfehler hieß es dann nach drei Wochen sinnlosen Hin und Her Geschreibsels, ich sei jetzt zu spät und müsse 30$ bezahlen. Nö, einfach nö. Also: keine Klausur für mich, keine Credits (was nicht schlimm ist, da der Kurs eh nur 1 Credit bringt und ich diesen Credit nicht mehr brauche). Trotzdem ärgerlich. Inhaltlich ist dieser Kurs weit über dem Französisch Kurs. Da alle Mormonen-Jungs vor dem College zwei Jahre Missionieren und daher in alle Länder der Welt reisen, ergibt es sich, dass besonders hier, wo Lateinamerika nicht fern ist, viele perfektes Spanisch sprechen. Dementsprechend habe ich nun einen Study-Buddy, Peseta. 24, verheiratet seit 4 Monaten, lebt in einem umgebauten Schulbus. Der Kurs ist um einiges größer, aber super lustig. Dank 3 Jahren Spanisch in Deutschland verstehe ich zwar nicht immer dieses lateinamerikanische Genuschel, das sie hier von sich geben, aber es klingt doch ganz nett. Sí sí.
Vielleicht ist euch aufgefallen, dass die Stundenverteilung nicht ganz so ideal ist. Montags, Mittwochs und Freitags von 10/11 vis 16 Uhr, Dienstags und Donnerstags von 16 bis 18.45. Abgesehen davon haben wir M, M und F zwei bzw. drei Freistunden, in denen ich entweder versuche, meinen Blog zu schreiben, oder etwas arbeite. Fast jeden Tag gönnen wir uns einen Starbucks-Kaffee aus dem Automaten, eiskalt, und je nach Saison anders. Jetzt ist Herbst, Pumpkin-Spice ist da voll der Renner, bedeutet, der Kaffee schmeckt nach Weihnachten. Dass wir umgeben sind von Mormonen hat da sowohl einen Vor- als auch einen Nachteil. Zum einen ist der Kaffee-Automat nie leer. Zum anderen ist er ewig weit weg, um uns armen Kaffee-Trinker nochmal daran zu erinnern, wie böse er ist.
Vor beziehungsweise nach der Uni motivieren Alicia und ich uns entweder zum Sport, oder es steht irgendetwas an, und ja, meist steht etwas an. Auch der Weg zum Walmart braucht so seine Zeit, damit lässt sich auch gut ein halber Tag gefühlt vernichten.
Aber an sich haben wir mittlerweile fast einen festen Wochenplan:
Montags Abends haben wir Ward-meeting. Heißt: das ganze Haus, in dem wir leben, bildet einen Ward. Das ist eine kleine Gemeinde (also LDS), die zusammen die Messen feiert und auch sonst viel miteinander unternimmt. Doch dazu komme ich in meinem Mormonen-Absatz im nächsten Eintrag
.
Dienstags versuchen wir uns zu integrieren und uns zu bilden, und laden daher zwei Elders ein, also zwei Jungs, die momentan ihre Mission machen. Das sind diese Leute, die man in Deutschland aufgrund ihrer schwarzen Anzüge kennt und die immer zu zweit sind. Hier tragen sie ebenfalls Anzug, aber etwas legerer, manchmal auch nur Hemd also. :P An diesem Abend erzählen uns diese zwei also etwas über ihren Glauben und ihr Buch, aber auch dazu später.
Mittwochs Abends ins Quiz-night. An diesem Abend machen wir immer unser PR-Quiz, und das hat oft etwas von einem Krisenstab, denn dann sitzen wir zu dritt, bewaffnet mit Notizen, Stift, Buch und Smartphone vor einem Laptop und rätseln vor uns hin.
Donnerstags versuch ich mich, ebenso wie Dienstags, zum Sport zu motivieren, und eigentlich klappt das ganz gut. Abends kommt es irgendwie immer so, dass wir einen Film-Abend machen, sei es alleine oder mit wem auch immer zusammen.
Das selbe gilt für Freitags, und Samstag waren wir bis jetzt ebenfalls immer unterwegs und dabei meist nie in Orem, aber das erzähle ich euch, wenn es um Freizeit geht. ;)
Luft holen, der erste Teil ist geschafft :)
Wir kommen zum Spaßigen: Was hab ich in den letzten fünf Wochen getrieben, außer super viel zu studieren, hust. ;)

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| Canyons |
Orem an sich ist einfach traumhaft. Eingerahmt von Bergen und dem riesigen Provo Lake gleicht es einer Oase und da wir offiziell in einer Wüste sind, ist dieser Vergleich sogar angebracht. Seit meiner Ankunft haben sich die Blätter der Berge rot verfärbt, und die Berge glühen abends, wenn das Licht der untergehenden Sonne auf sie fällt. Selten schaue ich irgendwohin und finde nichts, was ich immer wieder aufs neue Wunderschön finde. Ich muss zugeben: Wenn ich durch die Canyons laufe, kann ich mir gut vorstellen, wie hinter der nächsten Biegung Pocahontas auf einem Vorsprung steht und "Farbenspiel des Winds" singt.
Seit wir hier sind, waren wir dementsprechend schon viel unterwegs. Unser erster Ausflug führte uns zu den Bridal Falls in den Canyons (oh ja, von denen werdet ihr noch öfters hören). Bryn hielt das für eine gute Idee und meinte, es sein ein ganz entspannter Wanderweg. Was wir nicht wussten: es gab gar keinen Weg! Steil bergauf durch Geröllblöcke und über rutschige Erde klettern, kraxelten wir einen Abhang von gefühlt 90 Grad hinauf. Komplett verdreckt, schnaufend, triefend erwartete uns oben dafür ein traumhafter Ausblick. Direkt vor uns rauschte ein Wasserfall auf Steinblöcke hinab, bis nach unterm zum Becken konnten wir schauen. Das
Wasser war eiskalt und kam vermutlich von den Gipfeln der Berge. Der Schnee, der hier im Winter fällt, bestimmt hauptsächlich, wie gut Orem und die gesamte Umgebung im Sommer von Wasser versorgt wird, da es hier im Sommer eigentlich gar nicht regnet und die Menschen somit schon abhängig davon sind, wie viel es im Winter schneit.
Der Rückweg gestaltete sich übrigens etwas leichter, denn welche Überraschung, da war ja doch ein Weg! Aber nein, living on the edge, wir scheuen nicht das Abenteuer!
| Provo Lake |

Ein weiterer Punkt, der hier auf jeden Fall besucht werden muss, war der Provo Lake. Wir fuhren erst Abends dorthin, um uns den Sonnenuntergang hinter diesem riesigen Nass anzuschauen. Schwimmen soll man in dem See nicht, doch die Aussicht auf die Berge am Rand des Sees war traumhaft. In der sommerlichen Stille schauten wir zu, wie die Sonne den See in Lava verwandelte (oh ja, ich liebe Übertreibungen...) und die Berge sich zuerst rot, dann lavendel und später von blau zu schwarz färbten. Ein Farbenspiel des Winds?
Weniger harmonisch war es, von einem dermaßen großen Schwarm Mücken zurück zum Auto verfolgt zu werden, dass man seine eigene Stimme kaum noch hören kann. Ich bin ja nicht so der größte Fan von Mücken, meine Erfahrungen mit ihnen in Afrika haben mich einen gewissen Respekt vor den kleinen Sch***-Viechern gelehrt.
Generell hat es sich, seit ich hier bin, ergeben, dass ebenfalls ins Kino gehen eine super Freizeitbeschäftigung ist. Mit durchschnittlich 4$ ist es einfach super preiswert, die Kinos sind ordentlich und gepflegt, und die Snacks um ein Vielfaches günstiger als in Deutschland. Gesehen haben wir bis jetzt "Finding Dory" (Get off, off, off, off! :D ), Tarzan (zu meinem Geburtstag), Sully (der Film über den Piloten, der ein Flugzeug auf dem Hudson River landete) und Suicide Squad. Da ich ber weder spoilern möchte noch denke, dass meine Meinung zu diesen Filmen fachgerecht wäre, sage ich einfach, dass jeder dieser Filme auf seine Weise gut, sehr gut oder einfach nur genial war. :)Super gerne starten wir aber auch einfach einen Kochabend und schauen anschließend einen Film, spielen Killer Bunny oder Signs, ein Spiel, bei dem besonders die Jungs aufblühen. Es geht . Ein Gericht, das mir wirklich gut gefällt, heißt Spaghetti Squash, ein Kürbis, den man einfach eine Stunde in den Backofen legt und den man, wenn aufgeschnitten, so isst, indem man mit einer Gabel Streifen herauszieht und sie mit Tomaten-Fleischsoße ist. Yummie! Auch Kartoffelgratin stand schon auf der Liste, Spaghetti Bolognaise und Alicias Kompanie-Reis-Gemüse-Pfanne. Filme waren unter anderem Forest Gump (den Alicia zum ersten Mal Mal gesehen hat), Twilight (Bryn fand den ganz toll!), und momentan suchten wir alle etwas "How i met your mother", möglicherweise, weil sich eine auffällige Ähnlichkeit zu einem unserer amerikanischen Freunde herstellen lässt. :D
Essen gehen lässt sich natürlich auch nicht immer vermeiden: ob Buffalo Wild Wings, Chick-Fil-A oder The Chocolate (einem kleinen Lädchen mit super-leckeren Torten und Muffins und und und), wir futtern uns durch Amerikas Fast und Food-Restaurants. Bei Buffalo Wild Wings habe ich den Fehler gemacht, die schärfste Soße zu probiere, meine Augen haben noch eine halbe Stunde danach getränt, und meine Lippen brauchten Abends eine Bepanthen-Kur.
Ebenfalls dabei: Sigfried, ein deutsches Restaurant in Salt Lake City mit gar nicht mal so unauthentischen Spätzle und Schnitzel. Hier habe ich dem Druck nachgegeben und mir für schlappe 3,50$ eine Tüte Katzen-Kinder-Lakritz gekauft. An der Milkaschokolade mit ich traurigen Herzens vorbei gegangen (knapp 5$).
A propos Spätzle: auch eine German Night haben wir schon gestartet. Im Haus unserer Freundes Clint haben wir selbst Spätzle gemacht, mit Käse und Zwiebeln, wie sich das gehört. Dazu ein improvisierter Apfelstrudel mit extra viel Zimt, und anschließend, na was wohl, einem Film (Now you see me! - empfehlenswert!) Dass die Jungs anschließend die Küche aufräumen mussten, schien ihnen nicht ganz zu passen, aber wer kocht, muss nicht spülen. Von wegen, nur Frauen gehören in die Küche!
Und auch unsere Wochenenden sind immer gefüllt: Am ersten Wochenende starteten wir mit dem Green Out Dance der UVU. Open air wurde ein DJ Pult aufgebaut, mitten auf dem Sportplatz der Uni. Motto war grün, und dementsprechend sahen wir alle aus wie kleine Leprechauns, wir wir da hüpfend in der Menge standen. Die Feier ging an sich gar nicht so lange, das eigentlich interessante war, dass ich eher unbewusst ein kleines Video bei Instagram hochgeladen hatte und drei Tage später auf Facebook verlinkt wurde, dass ich einen Apple TV gewonnen hatte. Erste Woche Uni und schon Glück gehabt.
Ein weiterer Anlaufpunkt ist das Outlet in Lehi, ca 15 Minuten mit dem Auto entfernt. Nike, American Eagle, Coverse, Calvin Klein, Levis... das erste Mal habe ich das Outlet höchst zufrieden und sehr, sehr glücklich mit zwei Paar neuen Nikes verlassen, für umgerechnet nicht mal 60 Euro insgesamt. Ich habe mich verliebt. Die University Mall, ca 10 Minuten mit dem Auto, bietet alle anderen Läden an, die man so sucht. So habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Victorias Secret betreten und war gar nicht mal so begeistert wie gedacht. Aber ein guter Ort, um einfach mal einen Tag lang bummeln zu gehen. ;)
Auch in der Umgebung von Orem ist eigentlich ständig etwas los. An einem Wochenende fuhren wir zu den "Suisse days", in einer Stadt auf der anderen Seite den Canyons. Ich persönlich freue mich immer, wenn wir durch die Canyons fahren. Es ist eine lange Straße, die sich durch die Berge schlängelt, vorbei an Wasserfällen und Flüssen. Und da es seit zwei Monaten durchgängig schönes Wetter ist, ziehen die weißen Wolken über die Spitzen der Berge dahin und der blaue Himmel strahlt über den Canyon hinweg.![]() |
| "Suisse" Food |
Hunderte von kleinen Ständen erstreckten sich über das riesige Gelände, von Seife zu Uhren zu Gemälden, selbstgestrickten Socken und Schmuck zu traditioneller Kleidung, alles war dabei. Wir schlenderten ewig durch die Reihen, aßen Käsekuchen und Sandwiches, und fuhren Abends noch zu Clints Eltern, die hinten auf ihrer Veranda eine Feuerstelle haben, auf der wir Marshmallows rösteten und daraus meine heißgeliebten Smores bastelten. Marshmallows grillen ist eine Kunst, und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Alicia setzte ihre Marshmallows mehr als einmal in Brand.

Ein anderes Mal trieb es uns zu der State Fair nach Salt Lake City, einer riesigen Kirmes, für die
man schon 10$ Eintritt bezahlen muss. Karussells, Fressbuden, sogar die amerikanische Armee war da und stellte ihre Monstertrucks aus. Ich gebe zu, es war nicht so mein Ding, zu voll und zu laut.
Vor zwei Wochenenden verbrachten wir den Samstag in Salt Lake City. Grund war, dass wir am Abend zu Laras Lieblingsband auf ein Konzert gehen wollten, die Band O.A.R. (absolut empfehlenswert!). Davor machten wir jedoch eine Führung am Temple-Square. dazu gehört etwas Hintergrundwissen: Die Mormonen haben diese

Tempel, um sich dort mit Gleichgesinnten zu treffen. Wenn man kein Mormone ist, kommt man da nicht rein. Punkt. Man braucht eine Art ID-Karte, und um die zu bekommen, muss man die Grundsätze der Kirche erfüllen. Für Anfänger wie uns heißt das beispielsweise, kein Kaffee trinken, kein Sex vor der Ehe, und und und. Also nach den Geboten der Schriften leben. Zu dem Gelände, auf dem der Tempel steht, gehören noch ein Besucherzentrum und eine Konferenzhalle. Der Tempel an sich ist traumhaft, weiß, und hat Ähnlichkeit mit einem Schloss. Drinnen wird getauft, geheiratet, oder man unterhält sich über die Schriften und hat Zeit für sich selbst. In der Konferenzhalle findet man eine der größten Orgeln der Welt, mit 11.623 Pfeifen.Wir bekamen eine tolle Führung von zwei deutschen Missionarinnen, die ihre Mission in Utah verbringen und die Menschen dort von ihrem Glauben erzählen.
Wir machten einen kurzen Abstecher in die Mall, die allerdings viel zu groß war, um sie in der kurzen Zeit, die wir noch bis zum Konzert hatten, richtig anzuschauen.
Das Konzert selbst war im Depot, vergleichbar mit dem FZW in Dortmund, und O.A.R. war einfach Hammer. Es war ein riesen Spaß, und die Band spiele über zwei Stunden. Wer mal reinhören möchte: https://www.youtube.com/watch?v=Qa5Mawz92xU
Auch in der UVU kann man Freizeit verbringen, wenn man will ;) Zusammen mit Alicia war in beispielsweise schon an der großen Kletterwand, und nach einer 15 Minuten Einführung, wie man sichert, hatte ich zum ersten Mal ein Mädel am Harken...ich meine, am Seil. Ehrlich gesagt hatte ich noch nie so schwitzige Hände, als Alicia oben an der Kletterwand angekommen war und sich hat fallen lassen. Aber jetzt hab ichs drauf.
Ei anderes Mal sind wir dort Bowlen gegangen, denn im Student Wellness and Fitness Centre gibt es neben der Kletterwand und dem zweistöckigen Fitnessstudio auch Billiard Tische und eine Bowlingbahn. Dort hat es uns auch Abends schon hin verschlagen, denn als Student kann man hier super günstig bowlen gehen.
Das waren erstmal die Dinge, die wir bis jetzt so gemacht haben. Natürlich gibt es bereits ein Update, und es folgen einige noch echt coole und verrückte Sachen, wie Beispielsweise Alicias Geburtstag, richtige Sonntage und unsere Wanderungen durch die Canyons zum Squaw Peak und Spanish Fork. Aber ein bisschen hebe ich noch auf für den nächsten Blogeintrag!
Ebenfalls ist mir gerade aufgefallen, dass dieser Eintrag doch schon wirklich lang geworden ist, daher werde ich auch meinen Mormonen-Absatz in den nächsten Eintrag schieben, da morgen ein ganz besonderer Tag ist: Dieses Wochenende findet in Salt Lake City die General Conference statt. Alle sechs Monate spricht der Prophet der Mormonen und die Apostel zu den Mitgliedern der Kirche, es wird auch über TV übertragen, und alles dreht sich um diese Sessions, von denen es heute, am Samstag, drei Stück gab. Und da unser Mormonen-Bischof der Gemeinde, in der wir zur Kirche gehen, weil es die nächste Kirche ist und sie ja zum selben Gott beten wie wir Katholiken ( ;) ) , uns mag, hat er uns Tickets für die letzte Session für morgen geholt. Heißt: Morgen sehe ich den Papst der Mormonen :P. Und ich denke, das wird recht interessant und ist daher möglicherweise auch für mein Mormonen-Kapitel wichtig, also spare ich es auf.Ich hoffe, ihr habt bis hierher durchgehalten, und ich beeile mich, mit den neusten Fakten nachzukommen, denn es fehlt noch einiges!
Bis dahin, Glück auf,
Silja























