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Sonntag, 28. August 2016

Roadtrip Teil II - Extremum der Superlative

Heute ist ein halb-freier Tag, ich habe erst um 4 Uhr Uni. Meine Kommilitonin Alicia und ich haben beschlossen, das Fach "Radio Production" abzuwählen, da es komplett überlaufen ist und wir den armen Amerikanern, die an unserer Uni bis zu 7.000 Dollar für ein Semester bezahlen, nicht die freien Warteplatz-Plätze wegnehmen wollen. Also nehmen wir jetzt den Workshop "Newspaper", in dem wir die Uni-interne Zeitung schreiben werden, die jeden Monat, ich glaub sogar mehrere Male, raus kommt. Und es gibt definitiv genug, worüber man hier als Deutsche schreiben kann! :D Aber zunächst einmal folgt jetzt der zweite Teil meiner Reise mit meinem Freund Colin und meiner Kommilitonin Lara.
Zuletzt befanden wir uns im Yosemite Nationalpark, und unser nächster Trip ging Richtung Death Valley.
Nach einem leckeren Frühstück am 12.08.2016, bestehend aus Bagel, Waffeln und Joghurt, eingenommen mit zwei verrückten Italienern, die zuvor aus Las Vegas gekommen waren und direkt wieder dorthin zurückfahren wollten, einigen Franzose, und Deutschen, ging es los zum nächsten Abenteuer. Dieses Mal sollte es nur eine Fahrt von 5 Stunden werden, bis wir unser Endziel erreichen, mit einem Abstecher im Death Valley.

trocken
 Das hieß zunächst einmal, dass wir unsere traumhafte Waldlandschaft verlassen mussten, und die 3000 Fuß Höhe hinter uns zurück ließen, auf der wir uns bis dahin befunden hatten. Über die Straßen, durch einige Siedlungen und kleinere Städtchen hindurch, fuhren wir erst einmal 2 Stunden Richtung Süden. Die Umgebung wurde langsam trockener, die Bäume verschwanden, der Boden wurde sandiger und die Luft wurde heißer (nicht, dass es nicht davor schon warm gewesen wäre). Doch bis zum eigentlichen Parkeingang dauerte es dann doch

Der erste Ausblick
ein Stück.  Die Berge wurden steiniger und rauer, grau und teilweise mit einem eigenartigen grün-Stich. Bei einem wunderschönen Aussichtspunkt, der jedoch in Flipflops eher schwierig zu beklettern war, bekamen wir dann den ersten Blick auf die trockene Wüste des Death Valleys. as ich zuvor noch für trocken und tot gehalten hatte, sollte noch trockener und toter werden als es schon war.
Honeybee
Die Straße führte uns die Berge hinunter, bis wir mit dem Auto plötzlich am Beginn einer Strecke standen, die uns Schnur-gerade durch eine Wüstenlandschaft führte, die sandiger, heller und heißer nicht hätte sein können. Das Maximum an Temperatur lag bei 115 Fahrenheit, umgerechnet ca. 46, 1 Grad Celsius. Da wir allerdings in unserem klimatisierten Wagen saßen, bekamen wir die volle Wucht der Hitze erst ab, als ich meine Füße einmal in den schönen Sand stecken wollte. Kaum hatte ich das Auto verlassen, brannten meine Fußsohlen, als stände ich auf glühenden Kohlen, und den Tanz, den ich darauf hin vollführte, hielten meine beiden Reisegefährten eher für einen Freudentanz als einen des Schmerzes. Mit taten die Füße noch den ganzen Tag weh.

110 Fahrenheit = 43,33 Grad Celsius
Hallo in der Unendlichkeit














natürliche Kunst
Es ging weiter, gerade aus, gerade aus, durch sandige Weiten, über flimmernden Asphalt, immer Richtung Berge. Ließen wir eine Bergkette hinter uns, tauchte am anderen Ende des Tals eine neue auf. Und so ging es immer weiter. Bis dahin war ich schon von den unglaublichen Weiten des Death Valleys begeistert gewesen, doch hinter einer weiteren Bergkette tauchten dann auch noch auf der linken Seite ganze Dünen auf, hoch, kitschig, und irgendwie total fehl am Platz. Es sah so aus, als hätte jemand sie dort irrtümlich aufgeschüttet, an einem Platz, fernab von allem. Mit toten Bäumen, die die Straßenränder zierten, und einem Sand, der golden funkelte.
Das Death Valley war auf eine so harte, traurige und tote Weise schön, wie es sich wohl mit keinem Nationalpark in Amerika vergleichen lassen könnte. Und obwohl dies eigentlich nur ein kurzer Zwischenstopp war, den wir noch dazu nutzen, um unseren anual National Park Pass zu bekommen (80$ für ein ganzes Jahr und alle Nationalparks) fand ich diesen Ort doch mit am eindrucksvollsten und am sehenswertesten. Innerhalb von zwei Stunden waren von hohen Tannenwäldern in heiße Wüstenregionen gelangt. Das Extremum der Superlative.

Doch das Death Valley sollte an diesem Tag nicht unser einziges Extremum bleiben, denn es hieß: Vegas Baby! Ich muss dazu direkt sagen, dass ich leider kaum Fotos gemacht habe, was zum einen dran lag, dass mein Weg mich wohl noch mindestens einmal dorthin führen wird und dass ich, zum zweiten, meine Kamera nicht mitnehmen wollte, weswegen es auf einige mickrige Handyfotos hinauslief. Aber das erste kommt direkt:

Die Aussicht von unserer Suite
Wir sind in Vegas im Stratosphere untergekommen, dem Hotel mit dem hohen Turm, auf dem sich eine Achterbahn befindet. Wir wollten es fürs erste klein halten :P. Unverhofft wurden wir dann noch von einem normalen Standardzimmer in eine Suite umgebucht, mit riesigem Bad, King-Size-Bed und Couch, sodass wir alle super gemütlich unterkamen. Naja, es ist halt Vegas, da bekommt man als Studentin halt auch mal einfach ne Suite! :P

Das Stratosphere

Im Bellagio

Venezia - Las Vegas


Qui qui
















Nach einem Happen (Burgen, haha.) ging es dann los in diese verrückte Stadt. Am Tag muss ich sagen, ist Vegas nicht ansatzweise so schön, wie man es sich vorstellen könnte. Es ist eine Stadt, die erst Nachts zu dem wird, was man von ihr kennt. Helle Lichter, verrückte Menschen, blinkende Spielautomaten, teure Geschäfte. Diese Stadt hat mich erschlagen, mit all den Menschen, die niemals müde zu werden scheinen, mit den riesigen Hotels, die man aus Filmen kennt. Versuche ich, darüber nachzudenken, was ich als erstes gesehen oder gedacht habe, kann ich es kaum noch sagen, aber ich glaube es kommt sehr viel mit "Oha", "Wow", und "Oh mannomann" darin vor. Mein Freund Colin mutierte irgendwann in eine Motte, die von allem angezogen wird, was glitzert, und somit war es eher schwierig, ihn nicht aus dem Blick zu verlieren, wenn er wieder hypnotisiert und mit Tunnelblick von einem Licht zum andern rannte und wie eine kaputte Schallplatte wiederholte: Schau mal. Schau mal.
Ob das Hotel Venezia, mit Wasser drumherum und Gondeln, mit hohen, bemalten Decken im italienischen Stil, oder das Bellagio, mit seinen riesigen Spielhallen, bunten Glasblumen und seiner glitzernden Unterwasserlandschaft, oder das Caesars Palace mit seinen 10 riesigen Gebäudekomplexen im altrömischen Stil, ich wurde es nie müde, mich umzuschauen, Ein Zirkuszelt, ein Eifelturm, ja, das war Vegas. Halbnackte Tänzerinnen, wiederauferstandene Elvisse(?). Prüde Amerikaner, die in dieser anonymen Stadt Hemmungen und Schichten fallen lassen. Eine Nacht in Vegas ist wie keine Nacht. Wir ließen uns mit den Massen durch die Stadt treiben, blieben mal hier und mal da hängen, Colin gewann im Belagio 28$, Alicia verlor 8$. Und am Ende fielen wir nach gefühlten 100km laufen und viel zu vielen Eindrücken wie tot ins Bett. Eine weitere Superlative an einem einzigen Tag.

Hoover Dam
Am 13.8.2016 ging es früh am Morgen weiter. Zum einen holte ich mir in Vegas eine amerikanische Simcard, zum anderen musste ich mir neue Flipflops holen, denn ich hatte meine geliebten "Bahnersatzverkehr"-Latschen am Abends zuvor kaputt gelaufen. Dann ging es weiter, dieses Mal Richtung Grand Canyon, einer weiteren Naturgewalt in diesem Land. Auch hier machten wir einen Zwischenstopp, beim sogenannten Hoover Dam, Drehort für Filme wie Transformers. Er befindet sich auf der Grenze zwischen den Bundesstaaten Nevada und Arizona, und staut den Clorado River zum Lake Mead auf. Er wurde für die Energiegewinnung gebaut und soll eine regelmäßige Wasserzufuhr kontrollieren, da der Colorado River wohl vor dem Bau immer mal wieder für Überschwemmungen gesorgt hat. Aber da auch hier die Luft stand und es einfach nur brüllend heiß war, blieben wir nicht lange.

Guns are welcome - yep, american
Weiter ging es nach Williams, unserer nächsten Unterkunft, etwa eine halbe Stunde vom South Entrance des Grand Canyon entfernt. Unser In, ein richtiges Trucker-Hotel, lag direkt an der Route 66. Bevor wir noch zum Sterne gucken in den Nationalpark fuhren, wollte Colin in ein echtes Diner, als suchten wir uns das aus, was uns am einladensten erschien. Und es lud nicht nur uns ein:

Manchmal sind Amerikaner schon ein Völkchen für sich. Fragen, wie es einem geht, ohne dass sie es interessiert, machen Komplimente, ohne dass sie es ernst meinen. Ich bin einfach zu unfreundlich für dieses Land. Aber ich übe mich im Komplimente machen und warte schon immer darauf, dass mich irgendwer nach meinem Befinden fragt.
Auf jeden Fall haben wir gut gegessen in diesem Diner und es war auch sehr authentisch und gemütlich. Dann ging es ab zum Grand Canyon, mit der Hoffnung auf etwas Sonne, um doch noch einen Blick zu erhaschen, doch als wir dort in der Dunkelheit ankamen, erstreckte sich vor uns zunächst einmal nur eine gähnende Leere, die nicht ansatzweise vermuten ließ, wie groß und Tief diese Weite vor uns zu sein vermochte.
Doch den einen oder anderen Catch konnte ich noch machen, und schnell hatten wir uns auch etwas spaßiges ausgedacht: Lichtermalen.















Aber auch ohne Licht war dieser Abend toll: Grillenzirpen, Sterne schauen, meine Kamera etwas austesten. Und auch hier, am gefühlten Abgrund der Welt, war der Wind auch Nachts noch warm.
Und die Spannung, zu sehen, was am nächsten Tag aus dieser Dunkelheit erstehen würde, wuchs dadurch noch mehr!

Ich stelle gerade fest, dass ich morgen einen Test schreibe und daher besser noch etwas lernen sollte. ;) Daher erhalte ich euch die Spannung für den Grand Canyon und erzähle euch das nächste Mal, was der Roadtrip noch für uns bereit hielt, denn es gibt noch mehr als den Grand Canyon! :)

Ich schicke euch liebe Grüße nach Hause!
Glück auf, eure Silja





Dienstag, 23. August 2016

Roadtrip Teil I - Das Land der Honigbiene

Ich sitze gerade auf dem Sofa unseres Apartments im Wolverine Crossing, zusammen mit meinen Mitbewohnerinnen, und überlege, wie ich beginnen soll, die letzten 15 Tage seit meiner Ankunft in den USA zu beschreiben. Wir sind hier eine 6er WG, drei Deutsche, drei Amerikanerinnen. Aber eigentlich ist das der letzte Punkt, zu dem ich kommen wollte. :) Zunächst will ich erzählen, was alles passiert ist:

Totally American
Am 8.8.206 um knapp 15 Uhr betrat ich zum ersten Mal in meinem Leben, zusammen mit meinem Freund Colin, amerikanischen Boden. Der erste Schock: die Hitze. Mit gefühlt 30 Grad mehr als Deutschland muss man nach einem klimatisierten Flug erstmal zurecht kommen. Das Immigrieren dauerte dann auch nur 1 1/2 Stunden, da erst einmal die Amerikaner/innen den Vortritt hatten. Dann hieß es, dem Beamten aus reiner Freundlichkeit einmal den ganzen Lebenslauf zu erzählen und im Gegenzug zu hören, wie er in Deutschland nach Kiel reisen wollte, und aus Angst, in Ostdeutschland zu landen ( Zu Zeiten der DDR natürlich ;) ) kein Auge im Zug zutun konnte.
Hinter der Absperrung erwartete uns dann Britnee, eine Studentin meiner Uni hier in Utah. Sie ist für uns verantwortlich, und hatte extra ein Schild gebastelt. Es wirkte, als wäre sie aufgeregter als ich, und sie entführte uns zunächst zum In n`Out, einem Fastfood-Restaurant für Burger. Schön amerikanisch natürlich. Kaum hatten wir den Laden betreten, erklärte sie den Mitarbeitern erst einmal, dass dies unser erstes amerikanisches Essen wäre, kurzerhand bekamen wir kleine Papphütchen, und dann hieß es, schön amerikanisch mit einem XXL Becher Cola und einem Burger nicht zu erfrieren, denn das, und das könnte ich immer wieder bestätigen, ist hier für mich der größte Kampf, wenn es ums Überleben geht. Amerikaner mögen gerne große Kühlschränke, und zwar nicht nur für ihre Lebensmittel, nein, sie sitzen auch gern selber in einem. Grrr....

In den rot-umkreisten Gebäude habe ich Unterricht
Die erste Nacht in Janets Haus ( Unserer zuständigen Professorin und Institutsleiterin unseres Departments of Communication) verlief aufgrund unseres eher kleinen Jetlags eher unspektakulär, dafür nahm uns Janet am nächsten Tag mit zur UVU, der Utah Valley University, an der ich nun ein Semester studiere. Die Universität ist nicht ansatzweise vergleichbar mit der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, Der Campus besteht aus bestimmt tausend Gebäuden, um von der einen Seite zur anderen zu laufen braucht man in normaler Geschwindigkeit fast eine halbe Stunde, ohne die Schleichwege, die ich noch nicht kenne. Es gibt eine riesige Fressmeile, einschließlich Subway, Pizza Hut, Tacco Bell, und, und, und. Eine Cafeteria gehört auch dazu, des weiteren findet sich ein riesiger Shop für Bücher und Klamotten in der Etage darunter. Und wenn ich sage Klamotten, dann heißt das: alles von Socken über Pullis zu Sportkleidung. Natürlich immer mit dem UVU-Logo darauf. An sich sind der Campus und die Gebäude sehr modern, mit Starbuck-Automaten, viel grün und vielen Fenstern. Unser Gebäude ist das neuste, und darauf ist die ganze Fakultät recht stolz. Ich bin gespannt, was die Zeit dort noch bringt.

Am selben Tag haben wir dann noch Lara und unseren Mietwagen am Salt Lake City Airport aufgegabelt. Lara kam wegen eines Systemzusammenbruchs von Delta einen ganzen Tag später, was unsere Reisepläne zwar etwas beeinflusst, aber nicht verändert hat. Früh am nächsten Tag ging es dann nämlich los mit unserem Roundtrip, beginnend in dem Staat, den die Mormonen das "Land der Honigbiene" nennen, weswegen auch schnell klar war, dass unser Auto, das zwar eigentlich klein, blau und eher sportlich war, unbedingt "Honeybee" heißen musste! Und mit ihm haben wir einiges erlebt:

Am 10.8. ging es los, um 7 Uhr morgens. Die Sonne ging gerade auf, noch war es nicht so heiß. Die rote, sandig-trockene Landschaft von Utah erstrahlte im Morgenlicht, als wir ins Auto stiegen, einer Fahrt von zehn Stunden entgegensehend. Unser erstes Ziel: Yosemite Nationalpark in Kalifornien. Die Fahrt lässt sich in etwa so beschreiben:
Salz.
nichts. nichts. nichts. nichts. Stein. nichts. nichts. Busch. nichts. nichts. Stein.
Nach etwa 1 1/2 Stunden Fahrt passierte dann doch kurz etwas. Rechts von uns erstreckte sich im grellen Sonnenlicht die Salzwüste Utahs. Sie lässt sich in etwa so beschreiben: Man nehme eine riesige, leere Fläche und bestreue sie mit sehr sehr viel Salz. Fertig. Es gab jedoch einen Unterschied. Als wir das erste Foto schießen wollte, passierte es, dass Lara bis zu den Schienbeinen einsank. Und es war kein Salz unter dieser ebenmäßig weißen Fläche, sondern ein schwarzes, klebriges Zeug, das dermaßen nach Gülle stank, dass es nicht anders ging,als dass unsere ersten Liter Wasser für eine Fußwäsche für Lara draufgingen. Ihre Flipflops konnten wir erfolgreich retten, auch wenn diese zunächst luftdicht verpackt im Kofferraum Platz finden mussten.
Hier macht "Ich sehe was, was du nicht siehst" Spaß.
Ein Stück weiter gelang es dann mit den Bildern, hier war der Boden steinhart, aber nass, warum auch immer. Und sehr salzig. Ich konnte nicht widerstehen! ;)
Die Fahrt danach glich dem bereits genannten Nichts....weitere acht Stunden ging es durch eine Landschaft aus Bergen, Tälern, Büschen, Steinen und vereinzelten Häusern, die jedoch eher verlassen aussahen. So stelle ich mir den wilden Westen vor, es hätten nur die Indianer und die Cowboys gefehlt, in dieser Steppe aus Gras und Sand.
Amerika-
das große Nichts.

27 Std. (1.714 Meilen)

Am Abend kamen wir In Mammoth Lakes an, ein Ort, den ich so beschreiben würde, als dass er auch in Kanada oder Skandinavien hätte sein können. Hohe Tannen, Berge, Holzhütten. In unserem Airbnb, dass sich später als B&B entpuppte, trafen wir niemanden an, trotzdem standen alle Türen offen. Diese Menschen hier haben einfach ein unglaubliches Gottvertrauen. Abendessen: Burrito in einem mexikanischen kleinen Restaurant. Ab in die Haia, und am nächsten Morgen dann in aller Frühe (um 6), los zum Nationalpark.

Im Endeffekt muss ich sagen, dass die Fahrt zum und im Yosemite N.P. schöner war als der "eigentliche" Park selbst. Heißt, dass man zu Yosemite Village fährt, einem kleinen "Dorf" in der Mitte des Parks, von wo aus man zu all den Aussichtspunkten kommt. Jedoch führte einen die Fahrt zu diesem Punkt bereits davr zwei Stunden lag durch eine traumhafte Landschaft. Beginnend mit hohen Bergen und Bergseen, über Geröll, glatte Steinplatten und lustige Bäumchen, war die Fahrt gespickt von S-Kurven, Steinwänden und steilen Abhängen. Einige Fotos:

Tioga Lake








Kaum im Park angekommen, begegneten wir Alicia und Katrin, zu denen wir seit Beginn der Fahrt kaum Kontakt hatten, da im Park und um den Park herum kein Empfang ist und ich eh noch keine amerikanische Karte hatte. Zusammen machten wir uns auf, diesen Alpen-ähnlichen Park zu erkunden, und entschieden uns für einen Hike hoch zu den Vernal Falls. Bei einer gefühlten 90 Grad Steigung dauerte das auch seine Zeit und meinen Schweiß, bis wir oben ankamen, Bergziegen gleich kraxelten wir den Pfad entlang Oben angekommen, lohnte sich die Aussicht aber.




Der Park an sich eignet sich auch super, um einfach nur die Seele baumeln zu lassen, schwimmen zu gehen oder zu Picknicken. Umgeben von Wäldern, Bergen und riesigen Wiesen fühlte ich mich eher, als wäre ich in Österreich, als in Amerika, was aber wohl auch daran lag, dass auch hier viele Deutsche unterwegs waren. Und nach diesem ersten, traumhaften Erlebnis hieß es am nächsten Tag: Durchs Death Valley auf nach Vegas. Doch dafür kommt in dieser Woche noch ein neuer Blogeintrag, um euch nicht direkt mit zu vielen Infos zu überschwemmen. Außerdem muss ich los zur Uni, und direkt in der ersten Woche zu spät zu kommen kommt glaub ich auch in Amerika nicht so gut. :)
Bis dahin, Glück auf!
Eure Silja



Roadtrip Teil I - Das Land der Honigbiene

Ich sitze gerade auf dem Sofa unseres Apartments im Wolverine Crossing, zusammen mit meinen Mitbewohnerinnen, und überlege, wie ich beginnen soll, die letzten 15 Tage seit meiner Ankunft in den USA zu beschreiben. Wir sind hier eine 6er WG, drei Deutsche, drei Amerikanerinnen. Aber eigentlich ist das der letzte Punkt, zu dem ich kommen wollte. :) Zunächst will ich erzählen, was alles passiert ist:

Totally American
Am 8.8.206 um knapp 15 Uhr betrat ich zum ersten Mal in meinem Leben, zusammen mit meinem Freund Colin, amerikanischen Boden. Der erste Schock: die Hitze. Mit gefühlt 30 Grad mehr als Deutschland muss man nach einem klimatisierten Flug erstmal zurecht kommen. Das Immigrieren dauerte dann auch nur 1 1/2 Stunden, da erst einmal die Amerikaner/innen den Vortritt hatten. Dann hieß es, dem Beamten aus reiner Freundlichkeit einmal den ganzen Lebenslauf zu erzählen und im Gegenzug zu hören, wie er in Deutschland nach Kiel reisen wollte, und aus Angst, in Ostdeutschland zu landen ( Zu Zeiten der DDR natürlich ;) ) kein Auge im Zug zutun konnte.
Hinter der Absperrung erwartete uns dann Britnee, eine Studentin meiner Uni hier in Utah. Sie ist für uns verantwortlich, und hatte extra ein Schild gebastelt. Es wirkte, als wäre sie aufgeregter als ich, und sie entführte uns zunächst zum In n`Out, einem Fastfood-Restaurant für Burger. Schön amerikanisch natürlich. Kaum hatten wir den Laden betreten, erklärte sie den Mitarbeitern erst einmal, dass dies unser erstes amerikanisches Essen wäre, kurzerhand bekamen wir kleine Papphütchen, und dann hieß es, schön amerikanisch mit einem XXL Becher Cola und einem Burger nicht zu erfrieren, denn das, und das könnte ich immer wieder bestätigen, ist hier für mich der größte Kampf, wenn es ums Überleben geht. Amerikaner mögen gerne große Kühlschränke, und zwar nicht nur für ihre Lebensmittel, nein, sie sitzen auch gern selber in einem. Grrr....

In den rot-umkreisten Gebäude habe ich Unterricht
Die erste Nacht in Janets Haus ( Unserer zuständigen Professorin und Institutsleiterin unseres Departments of Communication) verlief aufgrund unseres eher kleinen Jetlags eher unspektakulär, dafür nahm uns Janet am nächsten Tag mit zur UVU, der Utah Valley University, an der ich nun ein Semester studiere. Die Universität ist nicht ansatzweise vergleichbar mit der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen, Der Campus besteht aus bestimmt tausend Gebäuden, um von der einen Seite zur anderen zu laufen braucht man in normaler Geschwindigkeit fast eine halbe Stunde, ohne die Schleichwege, die ich noch nicht kenne. Es gibt eine riesige Fressmeile, einschließlich Subway, Pizza Hut, Tacco Bell, und, und, und. Eine Cafeteria gehört auch dazu, des weiteren findet sich ein riesiger Shop für Bücher und Klamotten in der Etage darunter. Und wenn ich sage Klamotten, dann heißt das: alles von Socken über Pullis zu Sportkleidung. Natürlich immer mit dem UVU-Logo darauf. An sich sind der Campus und die Gebäude sehr modern, mit Starbuck-Automaten, viel grün und vielen Fenstern. Unser Gebäude ist das neuste, und darauf ist die ganze Fakultät recht stolz. Ich bin gespannt, was die Zeit dort noch bringt.

Am selben Tag haben wir dann noch Lara und unseren Mietwagen am Salt Lake City Airport aufgegabelt. Lara kam wegen eines Systemzusammenbruchs von Delta einen ganzen Tag später, was unsere Reisepläne zwar etwas beeinflusst, aber nicht verändert hat. Früh am nächsten Tag ging es dann nämlich los mit unserem Roundtrip, beginnend in dem Staat, den die Mormonen das "Land der Honigbiene" nennen, weswegen auch schnell klar war, dass unser Auto, das zwar eigentlich klein, blau und eher sportlich war, unbedingt "Honeybee" heißen musste! Und mit ihm haben wir einiges erlebt:

Am 10.8. ging es los, um 7 Uhr morgens. Die Sonne ging gerade auf, noch war es nicht so heiß. Die rote, sandig-trockene Landschaft von Utah erstrahlte im Morgenlicht, als wir ins Auto stiegen, einer Fahrt von zehn Stunden entgegensehend. Unser erstes Ziel: Yosemite Nationalpark in Kalifornien. Die Fahrt lässt sich in etwa so beschreiben:
Salz.
nichts. nichts. nichts. nichts. Stein. nichts. nichts. Busch. nichts. nichts. Stein.
Nach etwa 1 1/2 Stunden Fahrt passierte dann doch kurz etwas. Rechts von uns erstreckte sich im grellen Sonnenlicht die Salzwüste Utahs. Sie lässt sich in etwa so beschreiben: Man nehme eine riesige, leere Fläche und bestreue sie mit sehr sehr viel Salz. Fertig. Es gab jedoch einen Unterschied. Als wir das erste Foto schießen wollte, passierte es, dass Lara bis zu den Schienbeinen einsank. Und es war kein Salz unter dieser ebenmäßig weißen Fläche, sondern ein schwarzes, klebriges Zeug, das dermaßen nach Gülle stank, dass es nicht anders ging,als dass unsere ersten Liter Wasser für eine Fußwäsche für Lara draufgingen. Ihre Flipflops konnten wir erfolgreich retten, auch wenn diese zunächst luftdicht verpackt im Kofferraum Platz finden mussten.
Hier macht "Ich sehe was, was du nicht siehst" Spaß.
Ein Stück weiter gelang es dann mit den Bildern, hier war der Boden steinhart, aber nass, warum auch immer. Und sehr salzig. Ich konnte nicht widerstehen! ;)
Die Fahrt danach glich dem bereits genannten Nichts....weitere acht Stunden ging es durch eine Landschaft aus Bergen, Tälern, Büschen, Steinen und vereinzelten Häusern, die jedoch eher verlassen aussahen. So stelle ich mir den wilden Westen vor, es hätten nur die Indianer und die Cowboys gefehlt, in dieser Steppe aus Gras und Sand.
Amerika-
das große Nichts.

27 Std. (1.714 Meilen)

Am Abend kamen wir In Mammoth Lakes an, ein Ort, den ich so beschreiben würde, als dass er auch in Kanada oder Skandinavien hätte sein können. Hohe Tannen, Berge, Holzhütten. In unserem Airbnb, dass sich später als B&B entpuppte, trafen wir niemanden an, trotzdem standen alle Türen offen. Diese Menschen hier haben einfach ein unglaubliches Gottvertrauen. Abendessen: Burrito in einem mexikanischen kleinen Restaurant. Ab in die Haia, und am nächsten Morgen dann in aller Frühe (um 6), los zum Nationalpark.

Im Endeffekt muss ich sagen, dass die Fahrt zum und im Yosemite N.P. schöner war als der "eigentliche" Park selbst. Heißt, dass man zu Yosemite Village fährt, einem kleinen "Dorf" in der Mitte des Parks, von wo aus man zu all den Aussichtspunkten kommt. Jedoch führte einen die Fahrt zu diesem Punkt bereits davr zwei Stunden lag durch eine traumhafte Landschaft. Beginnend mit hohen Bergen und Bergseen, über Geröll, glatte Steinplatten und lustige Bäumchen, war die Fahrt gespickt von S-Kurven, Steinwänden und steilen Abhängen. Einige Fotos:









Kaum im Park angekommen, begegneten wir Alicia und Katrin, zu denen wir seit Beginn der Fahrt kaum Kontakt hatten, da im Park und um den Park herum kein Empfang ist und ich eh noch keine amerikanische Karte hatte. Zusammen machten wir uns auf, diesen Alpen-ähnlichen Park zu erkunden, und entschieden uns für einen Hike hoch zu den Vernal Falls. Bei einer gefühlten 90 Grad Steigung dauerte das auch seine Zeit und meinen Schweiß, bis wir oben ankamen, Bergziegen gleich kraxelten wir den Pfad entlang Oben angekommen, lohnte sich die Aussicht aber.




Der Park an sich eignet sich auch super, um einfach nur die Seele baumeln zu lassen, schwimmen zu gehen oder zu Picknicken. Umgeben von Wäldern, Bergen und riesigen Wiesen fühlte ich mich eher, als wäre ich in Österreich, als in Amerika, was aber wohl auch daran lag, dass auch hier viele Deutsche unterwegs waren. Und nach diesem ersten, traumhaften Erlebnis hieß es am nächsten Tag: Durchs Death Valley auf nach Vegas. Doch dafür kommt in dieser Woche noch ein neuer Blogeintrag, um euch nicht direkt mit zu vielen Infos zu überschwemmen. Außerdem muss ich los zur Uni, und direkt in der ersten Woche zu spät zu kommen kommt glaub ich auch in Amerika nicht so gut. :)
Bis dahin, Glück auf!
Eure Silja