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Sonntag, 11. September 2016

Mein Geburtstag: Pancakes, 9mm, heiße Quellen und Sternschnuppen

Obwohl ich gerade eigentlich an einem anderen Eintrag arbeite, muss ich doch einen kurzen Einschub machen: meinen Geburtstag am 09.09.2016

Awesome movie
Eigentlich fing es schon am 08.09. an. Ich hatte mir so vorgestellt, mit meinen Roomies vielleicht entspannt mit einem Film reinzufeiern, aber daraus sollte nichts werden. Malae und Bri waren unterwegs, Bekkah war verschwunden, und Lara und Alicia schienen Gruppentreffen mit Leuten aus der Uni zu haben. Bryn musste einem Freund bei einem Umzug oder ähnlichem helfen. Den ganzen Abend. Toll.

Die Partycrew
Glücklicherweise meldeten sich dann Stefan und Pat, zwei Jungs, die wir durch Bryn kennen gelernt haben und fragten, ob jemand Lust hätte, mit ihnen ins Kino zu gehen, "The Legend of Tarzan". Da Bryn nur meinte, dass ich doch mitgehen sollte, und ich mich sonst den ganzen Abend auf dem Sofa rumhängen sah, ging ich mit. Meiner Meinung nach ein super guter Film, auch wenn ich andere Meinungen gehört habe. Aber ich kann ihn echt nur empfehlen!

Wir kamen dann um ca. 10pm zurück, und dann hieß es, noch schnell zum Walmart und Zutaten für Kuchen kaufen, denn den hatte ich meinem Kurs versprochen. Auf dem Rückweg verhielt sich Bryn dann ausgesprochen eigenartig, im Fahrstuhl hatte er Spaß daran, einmal den Knopf für jede Etage zu drücken, was mir dann doch recht auf den Keks ging, aber ich dachte mir dann auch nichts dabei. (Hab dich lieb, Bryn :P )

Mein eigenes UVU Shirt *.*
Als ich dann die Wohnungstür öffnete, war es stockduster und ich lief erstmal in ein Gebamsel aus Luftschlangen hinein, die wie Lianen von der Decke hingen. Plötzlich schaltete dann jemand das Licht an und die Mädels, sowie Pat und Stefan, hüpften hinter den Tischen hervor und riefen "Überraschung".  Gut, dass es noch gar nicht Mitternacht war, aber es war trotzdem genial! :) Der ganze Raum war voller Luftballons und an den Wänden hingen eine Girlande und ein riesiges Happy Birthday Poster. Die restliche Stunde verbrachte ich dann damit, den Kuche zu backen, und um Mitternacht wurde ich dann mit einer schokoladigen Schokotorte mit 22 Kerzen überrascht, und alle schmetterten wunderschön ein "Happy Birthday" für mich. Wann sie das alles organisiert hatten?
Keiner von diesen Menschen hatte an dem Abend wirklich was vorgehabt. Heißt, während die Jungs mich mehr oder minder geplant ins Kino entführt hatten, hatten die anderen sich um den Kuchen gekümmert. Während in dann im Walmart war, wurde hier gebastelt. Tja, hab ich alles nicht mitbekommen. Bird up, würde ich sagen.

Thanks to the best folks!
Meine Roomies und die Jungs hatten sich dann auch echt tolle Geschenke für mich ausgedacht. Eine Trinkflasche von der UVU, da ich meine erste verloren habe und die zweite ständig vergesse. Ein UVU Shirt, in das ich mich von Anfang an verguckt hatte. Ein Holzschild mit der Definition für das Wort "believe", das ich in einem Laden der BYU, einer weiteren Uni hier in der Nähe entdeckt hatte. Ein kleines Schminkset, das ich mir fast selbst geholt hätte und einen Bilderrahmen.
Das würde ich mal als Beispiel guter Recherche und Beobachtung bezeichnen! Danke, ihr habt es einfach genau getroffen!!! :)

Am nächsten Morgen hieß es erstmal, die Tausend Nachrichten zu beantworten, denn das war wohl mein längster Geburtstag jemals, von 32 Stunden (aufgrund der Zeitverschiebung). Um 9 ging es in die Uni, wo jeden Freitag umsonst Pancakes verteilt werden. Yummie! Meine liebste Lara meinte dann, den hochmotivierten Pancake-Bäcker darauf hinweisen zu müssen, dass ich Geburtstag habe. Daraufhin schnappte sich dieser das Mikro und animierte die ganze versammelte Studentengemeinde, die eigentlich eher damit beschäftigt war, ihre Pancakes zu schnabulieren, mir ein Ständchen zu singen. Ja, ich liebe es wenn mich ein Haufen Menschen anstarrt! :D Zu meiner Ehre spielte er dann noch das Lied "22" von Taylor Swift. Dieses Lied hörte in an diesem Tag übrigens noch öfter, es scheint das inoffizielle Geburtstagslied für 22-Jährige zu sein.
Im Unterricht verteilte ich dann meinen Kuchen, und mein lieber Spanisch-study-buddy Peseta gab uns dann einen Lift nach Hause. Schnell was gegessen, und dann ging es schon weiter.
Für den Nachmittag hatten wir uns überlegt, american style, eine Runde schießen zu gehen. Also fuhren wir  ( Bryn, Lara, Alicia und ich) los, mitten in die Pampa, in ein abgesperrtes Gebiet. Bryn hatte die Munition und die Knarren mitgebracht, sowie kleine Mini-Frisbees aus Ton zum Schleudern und volle Getränkedosen, denn es macht nur Spaß, wenn die so richtig schön explodieren. Ja, das ist Amerika!

Mein Bewerbungsfoto, damit ich ein einem Marvel-Film mitspielen kann... :)
Dabei hatten wir also eine 9mm, und eine Schrotflinte. Da hält man so ein kleines Dings in der Hand, eine Mischung aus Plastik und Metall, und stopft da eine Patrone rein, und plötzlich ist man Herrscher über Leben und Tod. Im übertragenden Sinne. Vor meinem ersten Schuss lief mir die Suppe wortwörtlich rauf und runter, so nervös bin ich sonst höchstens vor einer Klausur. Schwitzige Hände, für jede Amerikaner wäre ich wohl in dem Moment eine tonlose Comdeyshow gewesen. Die ersten Schüsse auf die armen Pepsi-Dosen gingen dementsprechend auch erstmal voll daneben. Doch von Mal zu Mal wurde es besser, die Haltung wurde vertrauter, die Schultern entspannter und der Rückstoß kam nicht mehr so überraschend. Auch, wenn ich trotzdem ab und zu die Augen zurdückte, wenn mir die Patronenhülse mal wieder knapp am Ohr vorbeiflog. Die 9mm würde ich jetzt nicht als meinen besten Freund bezeichnen, aber als guten Bekannten. Anders die Schrotflinte.
getroffen
Dieses Höllengerät wog nicht nur unglaublich viel, sondern war auch so schwer zu laden, dass Bryn mir dabei helfen musste. In einer vermutlich nicht so gesunden Haltung versuchte ich dieses Ding dann so gut es ging auf eine Dose zu richten, doch weil es so schwer war, kippte es immer automatisch nach unten. Als ich dann schoss, drückte sich das Gewehr in meine Schulter, als hätte mir jemand davor geschlagen. Nein, nein, ich brauch ne Frauen-Pistole. Also zurück zur 9mm.
Munter schossen wir also auf Dosen und fliegende Frisbees, und die Zeit verging weitaus schneller als gedacht. Es war echt ein riesen Spaß, und ich fühle mich jetzt weit aus amerikanischer und unabhängiger und gefährlicher als jemals zuvor. Trotzdem: BRAUCHT man eine Pistole? Nein. So zum Spaß ist das eine lustige Sache, aber vergessen, dass diese Teile zum Töten erfunden wurden, kann ich trotzdem nicht.

Zurück im Apartment hieß es, Schwimmsachen einpacken und dann zuerst zum Chick-fil-A, einem Fast Food Restaurant, das ich mir eigentlich nur deswegen ausgesucht hatte, weil alle es so toll finden. Und es war auch echt super lecker, das böse Fast Food. Vor Ort trafen wir Pat, Stefan und Bekkah, sowie einen Kommilitonen aus einem meiner Unikurse, der für mich bestellt, weil ich keine Ahnung hatte, was ich wollte. Schnell gegessen, und dann hieß es: nach American Fork zu den heißen Quellen.
Um halb 10 Abends waren wir dann dort. Einen kleinen Weg entlang spaziert, unter einem wolkenlosen Sternenhimmel, und dann standen wir vor einem dampfenden Wasserloch. Oh, und es war einfach fantastisch! Als Überraschung hatten die Mädels eine Flasche Sekt mitgebracht, aber es lief darauf hinaus, dass Alicia und ich uns zu zweit daran erfreuten. Mormonen und so. :) Des weiteren hatten sie Knicklichter mitgebracht, damit wir uns im Dunkeln alle wiederfinden konnten. Es war herrlich! Mitten in der Nacht unter einem Sternenhimmel in einer heißen Quelle zu schwimmen ist schon echt etwas, was jeder mal gemacht haben sollte. Absoluter Wiederholungsbedarf! Das Highlight waren dann noch zwei Sternschnuppen. Aber solche Sternschnuppen habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Sie waren so unglaublich groß und nah, dass man sie brennen sehen konnte, und es wirkte, als würden sie gar nicht weit entfernt auf die Erde stürzen. Die Sternschnuppe war so gleißend hell, dass sie für einen kurzen Moment den ganzen Himmel erleuchtete. Schöner konnte es einfach nicht mehr werden. Es war einfach der perfekte Abschluss. Wir blieben bis Mitternacht und machten uns dann, doch recht müde, auf nach Hause.

 Geburtstag nicht zu Haue zu feiern ist immer eine besondere Sache. Und diese Sache war bei mir einfach perfekt. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und ich habe den Tag mit unglaublich tollen Leuten verbracht. Ich habe neue, verrückte Dinge ausprobiert, und ich glaube ich habe noch nie meinen Geburtstag so ausgenutzt wie dieses Jahr. Danke an meine Roomies Bri, Malae, Bekkah, Lara und Alicia, und an die Jungs, Bryn, Pat, Stefan und auch Clint. :) You guys are awesome!
Danke auch an alle, die an diesem Tag an mich gedacht haben und mir ihre Glückwünsche geschickt haben. Ich habe mich sehr darüber gefreut!!!

Haltet Ausschau nach dem nächsten Post, denn wir hängen mittlerweile etwas hinterher. ;) Es fehlt noch so viel, aber ich wollte euch erst an diese neuen, frischen Eindrücken teilhaben lassen!
Bis ganz bald, Glück auf,
eure Silja





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